Internetseiten vom Profi Fotografie, Webdesign und Grafik vom Fachmann Willkommen in der Praxis Dr. Koblitz Willkommen in der Praxis Dr. Koblitz Lexikon Nehmen Sie Kontakt auf Plastische Chirurgie & Zahnersatz PNF Abk. für: Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation, physiotherapeutische Behandlungsmethode; bedeutet frei übersetzt das "Zusammenspiel von Nerven und Muskulatur". Gemeint ist damit in der Physiologie die Reizbildung und -leitung im nervalen und muskulären System für ein sinnvolles Zusammenspiel aller Muskeln und Gelenke des Körpers. Zunächst als Rehabilitationsverfahren für Schlaganfallpatienten gedacht, erfolgte später ein Einsatz in der Orthopädie und Chirurgie; in der ZHK beispielsweise bei Funktionsstörungen des Kausystems, in der Kieferorthopädie und Prothetik. In D nicht etabliert. alternative Behandlungsmethoden http://www.werde-gesund.info/therapie/PNF.htm Pogonion Pog; engl.: do.; vorderster (ventralste) Punkt des Kinns in der Median-Sagittal-Ebene; mit Unterteilung in Knochenpogonion und Hautpogonion. A-Pog-Ebnene, Ästhetiklinie, Gonion, Kieferprofilfeld, Mandibularlinie, Messpunkte, Mundtangente Point von engl. = Spitze; Schlagwortbezeichnung für eine Guttaperchaspitze im Rahmen einer Wurzelkanalfüllung Point Konzept , im Sinne einer Qualitätssicherung neu eingeführtes Praxiskonzept von privater Anbieterseite. www.point-world.de Polihexanid kationisches Diguanidin, Handelsname Lavasept®; in der Medizin vielseitig eingesetztes Antiseptikum; als plaquehemmende Lösung (Mundspülung; 0,12 prozentig) u.a. eingesetzt. Wegen der guten Gewebeverträglichkeit ist P. ein Wirkstoff erster Wahl bei empfindlichen und schlecht heilenden chronischen Wunden. http://www.hygienemonitor.at/hyg2004/hyg200411.html Poliklinik engl.: outpatients' department ; an ein Krankenhaus oder eine Klinik angeschlossene Abteilung zur ambulanten Untersuchung und Krankenbehandlung. Als Ambulatorium ("Ambulanz") bezeichnet man eine P. kleinerer Größe. Politur Polieren, Oberflächenglättung, engl.: polish, finish; (meist) mechanisches (maschinelles) Verfahren zum Vergüten einer Füllungsoberfläche oder eines Zahnersatzstückes mit möglichst geringer Rauhtiefe (im µ-Bereich; Ergebnis ist ein Glanz der Oberfläche durch Lichtreflexion auf glatter Fläche); ebenso zur Glättung der natürlichen Zahnoberfläche nach Konkremententfernung. Mit aufeinander abgestuften Polierinstrumenten wird die Oberfläche von Unebenheiten bereinigt und bietet so der Plaque weniger Gelegenheit zur Anhaftung. Besonders bei Gussfüllungen ist durch eine spezielle Poliertechnik mit sog. Schlagpolierern ein "Überdecken" des kritischen Füllungsrandes zum Kavitätenrand hin möglich; Bakterien können so kaum noch unter die Füllung wandern. Gut polierte Amalgamfüllungen (P. frühestens nach 24 Std. möglich) behalten über viele Jahre ihren silbrigen Glanz; Komposites verfärben sich nach einer guten Oberflächenglättung durch Nahrungsfarbstoffe weniger; auf gut polierten Zahnoberflächen setzen sich weniger Beläge und Konkremente an. Die P. von Kunststofffüllungen bewirkt zusätzlich eine signifikante Reduktion von Spalträumen zwischen Zahn und Füllung. Dabei zeigt eine P. nach 24 Stunden den größeren Effekt als eine sofortige P. In der ZHK werden als Poliermittel eingesetzt (Größe der Partikel zwischen 2 u. 100 µm; absteigend nach ihrer Härte geordnet): Aluminiumoxid, Siliziumcarbid Bimsstein Kieselgur Schlämmkreide (Calciumcarbonat) Poliergrün (Chromdioxid, Cr2O3) Polierrot (auch: Pariser Rot; Eisenoxid, Fe2O3) Zinkoxid (ZnO) Anfinieren, Ausarbeiten, Brünieren, Finieren, Hochglanz, Mikroabrasion, Pariser Rot, Retentionsstellen, Schlagpolierer, Schleifen Dissertation: Oberflächeneigenschaften von Zahnrestaurationen Polyalveolyse , ungewöhnliche Bezeichnung für eine schwere Form der Parodontitis marginalis profunda Osteolyse Polyamid engl.: polyamide; vielseitiger, thermoplastischer Kunststoff. Grundstoffe sind Polymere, deren Monomer-Einheiten durch Polykondensation zwischen einer Carboxylgruppe und einer Aminogruppe verknüpft werden (Peptidbindung). Einsatz in der ZHK u.a. als Prothesenbasismaterial oder als chirurgisches Nahtmaterial Polyether Polyäther engl.: polyether (impression material); Oberbegriff für versch. organische Verbindungen, deren Monomere über eine Sauerstoffbrücke ("Etherbindung") miteinander verbunden sind; zu den Elastomeren gehörende chem. Verbindungen. In der ZHK als Abformmaterialien eingesetzt, sind sie - ähnlich wie die A-Silikone - äußerst präzis und bei trockener Lagerung volumenstabil. Als Vorteil gegenüber den Silikonen wird ihre relative "Wasserfreundlichkeit" gewertet - eine Eigenschaft, die im feuchten Mundhöhlenmilieu von Bedeutung ist. Den Silikonen ähnlich, reagieren P. empfindlich gegen Stoffe aus Lokalanästhetika und eisensulfathaltigen Mitteln (z.B. in das Zahnfleisch zurückdrängenden Mitteln enthalten). Die Lagerung des Abdrucks sollte bis zur Verarbeitung trocken und dunkel (UV-Licht zersetzt die Masse) erfolgen. Bekannte Handelsmarken sind im zahnärztlichen Bereich Impregum® und Permadyne® Abdruck, Elastomere Polyethylenglykol PEG; Formel: H-[-O-CH2-CH2-]n-OH, flüssige bzw. wachsartige bis feste Kunststoffe; sie sind ungiftig, können aber die Haut reizen und sie durchlässiger für Schadstoffe machen. Verwendung als Bindemittel, Emulgator, Weichmacher oder Trennmittel. Gelegentlicher Einsatz in Zahnpasten um das Feststoff-Wasser-Öl-Gemisch der Cremes zu stabilisieren. Trotz gegenteiliger pauschalierter Behauptungen über die Gefährlichkeit von P., ist das vielfach in Zahnpasten eingesetzte PEG-40 Hydrogenated Castor Oil (hydriertes, mit PEG-40 umgesetztes Riziniusöl) einer der am besten schleimhautverträglichen und toxikologisch geprüften Inhaltsstoffe. Polyglas engl.: do.; zu den zahnfarbenen Werkstoffen gehörendes Füllungsmaterial. Im Gegensatz zu den gebräuchlichen Komposites weist P. keine keramischen Füllkörper auf, sondern besitzt solche auf Glasbasis (leicht modifizierte Feinstpartikelhybrid-Kompositmaterialien). Nach Herstellerangaben soll dieser Werkstoffe ( Handelsnamen z.B. Solitaire®, Artglass®) bessere Härte- und Schrumpfungseigenschaften besitzen. Untersuchungen an 430 Seitenzahnfüllungen zeigen gegenüber den Kompositen zwar verbesserte Verarbeitungseigenschaften, aber keine grundsätzlich besseren Materialeigenschaften. Komposite Polymere , engl.: do.; aus vielen Monomeren aufgebaute, meist organische Verbindungen mit einer Molekülmasse über 10.000. Diese Verknüpfungen können durch Polymerisation, Polyaddition oder Polykondensation entstehen. Monomere, Polymerisation Polymerisation engl.: do.; chemisches Verfahren zur Herstellung von Kunststoffen: Zusammenschluss ungesättigter Monomere oder von Monomeren mit instabilen Ringsystemen zu Polymerisaten. Im Gegensatz zur Polykondensation werden hierbei keine Spaltprodukte wie Wasser frei. Die bei der P. auftretende Temperatur - Polymerisationswärme - infolge der Kettenwachstumsreaktion ist bei einer direkten Verarbeitung im Mund nicht unproblematisch; man geht davon aus, dass ein Anstieg um maximal 5,5°C die Grenze darstellt, die noch eine Erholung von derartigen Schäden erlaubt. Prothesenbasis, Restmonomer Polymerisation , lichtinduzierte "Lichthärtung", Lichtpolymerisation, Photopolymerisation, engl.: light-cured polymerization; u.a. in der ZHK angewandtes Verfahren zur Aushärtung von Füllungskunststoffen ( Komposite) und Versiegelungsmaterialien. Dieses Verfahren hat das früher übliche "2 Pasten Verfahren" abgelöst, bei welcher einer Grundpaste zum Abbinden eine Katalysatorpaste beigemischt wurde. Das Prinzip der L. läuft über sog. Startermoleküle ("Initiatoren", meist das gelbliche Kampherchinon mit einem Absorptionsmaximum von 468 nm), welche unter dem Einfluss einer Polymerisationslampe Radikale bilden, die den Anstoß zu einer Polymerisationsreaktion (Kettenwachstum) geben und somit das vormals plastische Material starr werden lassen. Dadurch ist ein zeitunabhängiges Verarbeiten des Füllungswerkstoffs möglich: Die Paste wird in die Kavität eingebracht, entsprechend ausgeformt und dann durch Lichtzufuhr Behandlergesteuert ausgehärtet. Da der Füllungswerkstoff Licht absorbiert, ist die L. nur bis zu einer gewissen Füllungsdicke (< 2-6 mm, je nach Material bei den gebräuchlichen Halogenlampen) technisch möglich, wird bei dickeren Füllungen die sog. Sandwich-Technik angewandt. Die Qualität von Füllungen mittels L. ist neben einer korrekten Verarbeitung ganz wesentlich von der Lichtintensität - vor allem der Konzentration beim Beginn ("Initiatorkonzentration") - und der Lichtdauer beeinflusst. Dabei gilt folgende Abhängigkeit: Eine hohe Lichtintensität wirkt sich negativ auf den Randschluss ( Polymerisationsschrumpfung) aus, im umgekehrten Fall werden bei geringer Intensität die physikalischen Eigenschaften negativ beeinflusst. Die konventionelle Lichthärtung erfolgt mit 400 mW/cm2 für 40 Sek. Neuere Verfahren, z.B. mittels Soft-Start ansteigend von 100-600 mW/cm2 oder mit Unterbrechungsmodus, d.h. beginnend mit 100 mW/cm2 für 3 Sek., anschließend eine dreiminütige Pause und ansteigend auf 600 mW/min für 37 Sek. bewirken keine Verbesserung der Verbundfestigkeit. Noch nicht vorhanden ist bisher eine sog. Lichtsignatur von Seiten der Hersteller der jeweiligen Kunststoff-Füllungsmaterialien (Komposites), welche ausdrückt, dass nach entsprechenden Testungen das jeweilige Material mit einem bestimmten Lampentyp (s.u.) oder mit allen Geräten ausgehärtet werden kann, da die Dauer und Art der Lichtaktivierung entscheidend für die Materialqualität, Langlebigkeit und Kosmetik der Füllung ist. Bei den Lichtquellen (Polymerisationslampen) werden versch. Systeme voneinander unterschieden: * UV-Lampen (Ultraviolett-Polymerisation): in der Anfangszeit der Lichtpolymerisation gebräuchlich; heute aus prophylaktischen Gründen nicht mehr verwendet * Halogenlampen: Quarz-Wolfram-Halogenlampen, welche mit einem in das Halogen-Edelgas (Brom o. Jod) eingebetteten Wolframfaden Strahlen erzeugt werden, wobei mittels Filter Strahlung aus dem blauen Bereich mit einer Wellenlänge von 380 - 520 nm herausgefiltert wird; Lichtintensität >500 mW/cm2 , Lichtausbeute mit 0,7 % sehr gering. In 2003 weltweiter Standard. Bestrahlungszeit mind. 20 Sek. Hohe Temperaturentwicklung. Neuartige LED-Systeme (s.u.) sind konventionellen Halogen-Polymerisationslampen nicht nur hinsichtlich der geringeren Hitzeentwicklung und besseren Flexibilität überlegen, sondern erzielen auch bessere Ergebnisse bei der Aushärtungstiefe der Komposite. * Plasmalampen: "Hochdrucklampen", aus der Kfz-Technik bekannt, auf Argon- oder Xenon-Basis mit einem schmalen Emissionsspektrum von 440-500 nm; Intensität ~ 1370 W/cm2, welche durch ihre wesentlich höhere Intensität in kürzerer Zeit (ca. 5 Sek.) in eine Tiefe bis zu 12 mm vordringen sollen; relativ große Abwärme. Inwieweit diese Art die Qualität der Füllung beeinflusst, wird in der Literatur unterschiedlich angegeben; Langzeituntersuchungen fehlen: So wird neben einer mangelnden Tiefenhärte auch die erhöhte Tendenz zur Spaltbildung durch die energiereiche Strahlung im Bereich der Füllungsränder beobachtet. Eine Genfer Studie (Werkstoffexperten Krejci) kann keine wesentlichen Vorteile der Plasmalampe gegenüber der Halogenlampe bei der Polymerisation von Komposites feststellen. Beim direkten Beleuchten eines Komposit-Testkörpers erzielte die Plasmalampe (Apollo 95 E) zwar bereits nach 3 s Polymerisationszeit die gleiche Vickershärte wie sie mit einer Halogenlampe erst nach 40 s Aushärtezeit erreicht werden konnte. Allerdings: Sobald das Plasmalicht nicht direkt, sondern indirekt auf das auszuhärtende Komposit einwirkte, nahm die Härte deutlich ab. * Laser-Lampen z.B. Argon-Laser, sehr gut begrenzter Spektralbereich; wegen hoher Anschaffungskosten und komplexer Technik kaum gebräuchlich * LED-Lampen (Light Emitting Diodes): relativ hoher Wirkungsgrad (ca. 7 %) bei langer Lebensdauer (konventionelle Lampen ca. 100 Std.; LEDs ca. 10.000Std.) und geringer Abwärme. Das LED-Prinzip basiert auf Halbleiterverbindungen (Strahlung durch die Elektronenbewegung von Quarzen), die den Strom direkt in Licht umwandeln; dabei ist die Wellenlänge des Lichts von der Grundsubstanz des LEDs und dem Dotierstoff abhängig, welcher bei blau emittierenden LEDs i.d.R. auf GaN- oder SiC-Basis beruht. Neuere Konstruktionen arbeiten mit einem Spezial-Chip mit 16 Indium-Gallium-Nitrit-Dioden auf einer Fläche von 4 mm und stellen so eine der hellsten LED-Lampen ihrer Art dar. Da ein enges Spektrum in der Größe des Absorptionsmaximums der Startermoleküle erzeugt wird (ca. 450 bis 490 nm), kann mit bedeutend weniger Energie gearbeitet werden; verbunden damit ist eine geringere Temperaturentwicklung. Allerdings muss die Wellenlänge der Lampe mit denen das Absorptionsspektrums von Startermolekülen (s.o.) und Komposites übereinstimmen. Lampen der ersten Generation konnten bestimmte Photoinitiatoren (z.B. Phosphinoxidderivate wie Lucirin TPO, weiße Farbe, Absorptionsbereich zwischen 350 u. 430 nm) nicht aushärten - neuere Lampen haben dieses Problem nicht mehr; dies aber besonders deshalb, weil auch die Hersteller von Füllungsmaterialien ihre Produkte auf die zukunftsweisende LED-Technologie umgestellt haben. Neuartige LED-Systeme sind konventionellen Halogen-Polymerisationslampen nicht nur hinsichtlich der geringeren Hitzeentwicklung und besseren Flexibilität überlegen, sondern erzielen auch bessere Ergebnisse bei der Aushärtungstiefe der Komposite. * Wichtiges Kriterium bei den Lampen ist nicht die Leistung am Austritt des Lichtleiters (so wird sie von den Anbietern angegeben) sondern in 5mm Entfernung, hier zeigen sich - bedingt durch die Optik - gravierende Unterschiede zwischen den verschiedenen Modellen * Allerdings zeigen Untersuchungen (Kubo, S et al.: The effect of light-curing modes on the microleakage of cervical resin composite restorations. J of Dentistry (2004) 32, 247-254), dass für die "Microleakage" als Maßstab der Dichtigkeit keine signifikanten Unterschiede zwischen den einzelnen Herstellern und Lichthärtungsprogrammen gefunden werden konnten. * Leistungsstarke Polymerisationslampen können zwar die Endhärte komposithaltiger Restaurationsmaterialien verbessern, möglicherweise aber auch Hitzeschäden an der Zahnpulpa verursachen. Man geht davon aus, dass ein Anstieg um maximal 5,5°C die Grenze darstellt, die noch eine Erholung von derartigen Schäden erlaubt. Im Zweifelsfall sollte immer eine Kombination aus langer Polymerisationsdauer und geringer Lichtemission bevorzugt werden. C-Faktor, Komposite, Langzeitpolymerisation, Lasereinsatz in der Zahnheilkunde, Lichtkeil, Poylymerisation, Polymerisationsschrumpfung, Sandwich-Technik Inaugural – Dissertation (Lampenarten, 2003) Polymerisationsschrumpfung engl.: polymerization-shrinkage; beim Verarbeiten von kunststoffhaltigen Füllungswerkstoffen ("weißen", stopfbaren Füllungen wie z.B. Komposite) auftretende negative Eigenschaft. Dabei erfolgt die P. zum Massenzentrum des eingebrachten Füllmaterials und nicht zum Zahn hin und beträgt - je nach eingesetztem Material zwischen 2 und 4 %. Die dadurch verschlechterte Randdichtigkeit der Füllung kann durch geeignete Maßnahmen (Sandwich-Technik, adhäsive Befestigung) entgegengewirkt werden. Auch den neuartigen Kunststoffen fehlt noch immer das von der Wissenschaft gesteckte Ziel einer P. von unter einem Prozent. Eine Schichttechnik und/oder das Einbringen einer ersten Lage fließfähigen Komposits ("bond-to-flowable"-Technik) werden häufig empfohlen, um die Auswirkungen der P. möglichst gering zu halten. Die P. kann zu postoperativen Missempfindungen, Spaltbildung und Schmelzrissen führen. Bei Kavitäten der Klasse I und Klasse V werden meist keine messbaren Abweichungen der Höckerspitzen festgestellt. Bei ausgedehnten Restaurationen der Klasse II MO und MOD finden sich deutliche Veränderungen in der Lagebeziehung der Höckerspitzen, indem sich diese zueinander bewegen. Diese nach innen gerichtete Bewegung der Höcker nimmt analog zur Größe der Kavitäten zu, was bedeutet, dass die bei Aushärtung von Komposite auftretenden Kräfte mit steigender Ausdehnung der Kavitäten zunehmen und so zu Symptomen wie Spaltbildung und Schmelzrissen führen können. Haltbarkeit von plastischen (zahnfarbenen) Füllungen, Inserts, Komposit-Inlay, Lichtpolymerisation, Lichtkeil, Poylymerisation, Prothesenbasis Polymethylmethacrylat PMMA, "Plexiglas", engl.: PMMA, Acrylic; seit den 30er Jahren des letzten Jhds. bekannter, kratzfester, durchsichtiger Kunststoff von hoher Steifigkeit und hoher Mundbeständigkeit, empfindlich gegen Schlag und Spannung. In der ZHK beliebt wegen guter Mundbeständigkeit und sehr guter Verträglichkeit bei einfacher Verarbeitung. Grundstoffe sind Aceton, Blausäure, Methanol und Schwefelsäure. Als Prothesenbasismaterial wird P. mit Metallsalzen zu einer zahnfleischähnlichen Farbe eingefärbt. Weitere Einsätze in der ZHK sind Aufbiss-Schienen und Kieferorthopädische Behandlungsgeräte. Diacrylate, Kunststoff, Prothesenbasis Polyphyodontie dauernder Zahnwechsel, engl.: polyphyodontia; ständig dauernder oder möglicher Zahnwechsel. Mit Ausnahme der Säugetiere, werden bei allen Wirbeltieren die Zähne ständig ersetzt. Bei den meisten Säugetieren und beim Menschen werden die Zähne einmal im Leben gewechselt (Diphyodontie), wenn das sog. Milchgebiss gegen das bleibende Gebiss ausgewechselt wird ( Wechselgebiss). Hautzähne, Heterodontie, Zahn Polysulfide engl.: polysulfide (impression material); in der ZHK kaum noch gebräuchliche elastisch-irreversible Abdruckmaterialien. Gründe sind vor allem die beim Abbindungsprozess stattfindende Verdunstung des Kondensats, welches zu nicht mehr tolerablen Volumenveränderungen bei einer Präzionsabformung führt. Abdruck, Elastomere, Lagerzeitkontraktion Polyzythämie Polycythaemia vera, engl.: do.; erblich bedingte Vermehrung der roten Blutkörperchen im peripheren Gewebe. Symptome u.a. starke Gesichts- u. Zungenrötung Ponticochenfräse Lindemann Fräse, engl.: bone burr, Lindemann's burr; verschieden ausgeformte (rund, oval, spitz) Fräsen zur maschinellen Entfernung von Knochen. Typisch ist die sog. "Schwertschliffverzahnung" ( Bohrer). Löste den früher gebräuchlichen Knochenmeißel (bone chisel) bei den meisten Eingriffen ab. Lindemann Fräse, Osteotomie, Piezochirurgie, Knochenkaries Knochenfraß, Knochennekrose, Knochenescherung, engl.: bone caries; eitrige oder granulomatöse Ostitis als Folge einer Knochentuberkulose oder Syphilis; Zahnkaries Knochenlager "Knochenfundament", Knochenqualität, in der ZHK im Sinne von Implantatlager o. Implantatbett gebraucht, engl.: bone bed or (implant) bone supporting area; der Bereich des (Kiefer-)Knochens, in welchen ein Implantat inseriert wird. Dabei orientieren sich Erfolge/Misserfolge ( Osseointegration) stark an der Knochenstärke, - dichte, -struktur und -vitalität; insofern ist eine präoperative Analyse dieser Faktoren unabdingbar. Implantat, Knochendichte, Peripilastrium Knochenleitung engl.: (cranial) bone conduction; Weiterleitung des Schalls auf direktem (knöchernen) Weg zum Gehörorgan. Diese Tatsache ist mit dafür verantwortlich, dass sich künstliche Schallquellen (z.B. Musik) zur Ablenkung von "Bohrgeräuschen" in der ZHK als weitgehend wirkungslos erwiesen haben. Bohren Knochenmark medulla ossium, engl.: bone marrow; reich an Zellen und Blutgefäßen bestehendes Gewebe, welches das Knocheninnere (Spongiosa) ausfüllt. Unterteilung in Blutmark (rotes K.) und Fettmark. Vorkommen des K.in Röhrenknochen, Rippen, Brustbein, Schulterblättern, Schädeldachknochen, Hand- u. Fußwurzelknochen Osteomyelitis Knochensauger Knochenspanabsauger, engl.: bone collector, bone grafter, bone scraper (designed for dental implant surgery); Schlagwortbez. für versch. konstruierte Geräte zur chirurgischen Absaugung von Knochenspänchen ("Knochenchips") während des Bohrvorgangs beim Setzen eines Implantats. Derartige Knochenteile können, wenn sie fachgerecht abgesaugt werden, zum Auffüllen an anderer Stelle (z.B. zum Auffüllen des Implantatlagers bei der Sinusbodenaugmentation) eingesetzt werden. Knochenersatzmaterialien Knochensequester ; engl.: bone sequestrum; Sequester Knochenspan Spanplastik, engl.: bone chip o. graft; meist körpereigenes (selten tierisches) i.d.R. aus dem Beckenkamm oder der Kinnspitze stammendes Knochenstückchen zum Auffüllen von Knochendefekten oder Aufbauen von Knochen ( Augmentation). Dabei dient das verpflanzte Stückchen als "Trägerschiene" für neue, vom Körper selbst gebildete Knochenstrukturen Knochenersatzmaterialien, Knochensauger Knochenszintigraphie Szintigraphie von Szintillation (lat.) = Flackern, Aufblitzen, Funkeln, nuklearmedizinische Untersuchung, engl.: bone scintigraphy; bildgebendes Verfahren indem Radionuklide (Isotope vom Typ Jod-131 (J-131 T½ = 8 Tage); Technetium-99 (Tc-99 T½ = 6 Std); Thallium-201 (Th-201 T½ = 73 Std); Xenon-133 (Xe-133 T½ = 5,3 Tage) in den Körper eingebracht werden, dort zerfallen und schwach radioaktive Strahlung (Gamma-Strahlung) aussenden. Die Aktivitätsverteilung (räumliche Verteilungsdichte der aus dem Körper austretenden Gamma-Strahlung) wird als Bild im sog. Szintigramm (s. Abb.) dargestellt. Die Registrierung der Gamma-Strahlung erfolgt entweder durch einen Scanner oder mit einer Gammakamera. So lassen sich Funktionsvorgänge (z.B. Zell-Aktivitäten) besonders gut darstellen (der Knochen "strahlt" entsprechend). In der ZHK Einsatz bei Erkrankungen wie Osteomyelitis oder Nachweis bzw. Ausschluss von Metastasen bei Tumorerkrankungen; u.U. auch bei Verdacht auf frische Knochenbrüche, wenn der Befund des Röntgenbilds fraglich war. Bis auf die Jod-131-Szintigraphie ist die Strahlenbelastung - bedingt durch Isotope mit kleinen Halbwertzeiten (T½) - gering. Knochentasche arapulpär engl.: parapulpar; Lagebezeichnung für neben der Pulpa (Zahnnerv) gelegen; Zahnflächen parapulpäre Schrauben parapulpäre Stifte, "Stiftverankerung", engl.: parapulpal pin (anchorage); kleine Stifte oder selbstschneidende Schrauben, die bei einer zerstörten Zahnkrone - nach entsprechender Vorbehandlung - im Dentin (parapulpär) verankert werden und so als Retention für einen Stumpfaufbau aus Komposite oder ähnlichen Materialien bzw. Amalgam dienen; bekannter Vertreter: TMS-System (thread made system). Einsatz vor allem bei festsitzendem Zahnersatz (Vorbereitung des Zahnstumpfs für eine Krone) an lebenden Zähne; wegen des Durchschimmern des Metalls für Schneidekantenaufbauten in der konservierenden Zahnheilkunde weniger geeignet. Wegen einer iatrogenen Perforation - sowohl in das Pulpencavum als auch in den Parodontalspalt hinein - ist die Anwendung einer strengen Indikation unterzogen. Bei Verwendung von Kunststoffen (Kompomere, Komposite) ist wegen der Möglichkeit der adhäsiven Befestigung der Einsatz i.d.R. obsolet. Amalgapin Verankerung, Pinlay, Pinledge, Schraubenaufbau, Stiftaufbau, Weissenfluh Bild-Klick! Prinzip der p. S. Parästhesie engl.: paresthesia; anormale sensible Empfindung, wie z.B. Kribbeln, Einschlafen der Arme/Beine; in der ZHK hauptsächlich gebraucht für das gelegentliche Auftreten von Missempfindungen nach kieferchirurgischen Eingriffen, Auswirkung von Entzündungen (Neuritis) oder Folgen einer Lokalanästhesie, hier spez. der Leitungsanästhesie. Die durch eine Irritation des N. trigeminus hervorgerufene Störungen äußern sich meist in einer teilweisen Taubheit oder Kribbeln bzw. "Nadelstichen" in diesem Gebiet. Eine Regeneration kommt i.d.R. von allein zustande; systemisch verabreichten Steroiden (z.B. Prednisolon) wird ein hohes Potenzial zur Beschleunigung der nervalen Regeneration zugesprochen. Akanthästhesie, Hypästhesie, Lingualis-Nerv, Neurapraxie, Normästhesie, Nervenschädigung, Vincent-Symptom Parasympathikus , engl.: Parasympathicus; Sympathikus Parazentese ;engl.: paracentesis; Stichinzision; Schnitt in die Wand eines Hohlorganes zur entlastenden Drainage Inzision Pareitis, engl.: do.; Wangenentzündung Parese engl.: paresis, incomplete paralysis; teilweise Lähmung bestimmter Muskelgruppen durch Ausfall der sie versorgenden (motorischen) Nerven; Fazialisparese. Im Gegensatz dazu besagt die Paralyse den vollständigen Ausfall der Muskelgruppen. PAR-Index Peer Assessment Rating Index; Messzahl, welche von einer Gruppe erfahrener Kieferorthopäden um Dr. Richmond (Manchester, 1992) in 6 Arbeitssitzungen formuliert wurde. Nach verschiedenen Kriterien werden Punktzahlen vergeben, deren Summe den Grad der Dysgnathie beschreibt. Je höher diese Punkzahl, desto stärker ist die Ausprägung der Malokklusion. Punktzahl '0' orthognathe Situation; Punktzahl 50 (selten über 50) hoher Grad der Dysgnathie. Die Differenz zwischen den Punktzahlen vor und nach der Behandlung zeigt den Grad der Verbesserung durch die kieferorthopädische Behandlung an. Komponenten des PAR-Index sind: 1. Oberes- und unteres anteriores Segment 2. Linke und rechte bukkale Okklusion 3. Sagittaler Überbiss (overjet) 4. Vertikaler Überbiss (overbite) 5. Mittellinie Auswertung dieser Werte mit einer Rechenhilfe ("PAR-Calculator") http://medweb.uni-muenster.de/ Pariser Rot , Polierpaste, neben speziellen Wachsen enthält die Paste Eisenoxide; Einsatz zur Hochglanzpolitur bei Metallarbeiten. Politur Parma - Röntgenaufnahme ; Kiefergelenkaufnahme ParoCheck ™ DNA-Chip zur mikrobiologischen Diagnostik von Parodontitis assoziierten Keimen. Dabei handelt sich um einen DNS-Sondentest zum Nachweis des keim-spezifischen 16S rRNA Gens (Schlüssel-Schloß-Prinzip), wobei die Verwendung von Biochips eine extrem sensitive und schnelle Hybridisierung ermöglicht. Die Analyse der Biochips erfolgt in Computer gesteuerten optisch hochauflösenden Biochip-Scannern, die eine objektive Messung der Proben gewährleisten. Der Einsatz von ParoCheck für die mikrobiologische Diagnostik als Grundlage für den Einsatz von Antibiotika wird bei besonders aggressiven Verlaufsformen der marginalen Parodontiden und bei schweren systemischen Grundkrankheiten empfohlen. Der Test bietet eine Analyse der bakteriellen Flora in der subgingivalen Zahnfleischtasche über die klassischen 4 Leitkeime hinaus (je nach Testdurchführung werden 10 oder 20 Keimarten bestimmt). Mit diesen Leitkeimen sind oft Gruppen weiterer Bakterienspezies assoziiert, die ein kompliziertes Netzwerk von Stoffwechselprodukten miteinander verbindet und erst im Zusammenspiel zu einer Erhöhung der Pathogenität führen. Die Erfassung eines breiteren Spektrums parodontalpathogener Bakterien ermöglicht den Einsatz von Antibiotika gezielt auf das individuelle Keimspektrum des Patienten abzustimmen. Der hochspezifische Nachweis von Markerkeimen mittels des P. erlaubt es weiter, alternative Therapiemethoden wie z.B. eine individuelle Vaccine herzustellen. Antibiotika, lokale Antibiotikazufuhr, Markerkeime http://www.lcl-biokey.de/ ; http://www.mikrooek.de/ parodontal , den Zahnhalteapparat ( Parodontium) betreffend, engl.: parodontal, periodontal; Parodontalabszess Taschenabszess, marginaler Abszess, "Zahnfleischtaschenvereiterung", engl.: peridontal abscess; als Folge einer infizierten, vertieften Zahnfleischtasche. Da die Gingiva in diesem Bereich dem Knochen eng anliegt und so eine Spontanentleerung über die Tasche selten möglich ist, kann ein P. bis zu seinem Durchbruch in die Mundhöhle äußerst schmerzhaft sein. Therapie mittels Inzision; später Säuberung der Tasche und evtl. Parodontalbehandlung Abszess Bild-Klick! Parodontalanästhesie , intraligamentäre Anästhesie Parodontalbehandlung "Zahnfleischbehandlung", Parodontaltherapie, "Parodontosebehandlung", engl.: periodontal treatment; komplexe Maßnahmen zur Behandlung des erkrankten Zahnhalteapparates. Im Vordergrund steht dabei die Schaffung einer biologisch akzeptablen Wurzeloberfläche (Zerstörung des Biofilms in der Zahnfleischtasche und Wurzeloberfläche) bei Erhaltung der gesunden Anteile des Wurzelzements, da aus diesem regenerative Prozesse ausgehen. Die Verursacher parodontaler Erkrankungen sind neben den Markerkeimen wie z.B. Bacteroides, Prevotella, Porphyromonas und Actinobacillus auch Pilze (z.B. Hefen wie Candida), atypische Keime wie Enterokokken und pyogene Keime bei Superinfektionen. Hauptsächlich zwei Prädiktoren bestimmen Prävention und Krankheitsverlauf bei Patienten mit chronischer Parodontitis: Die Immunantwort des Patienten sowie die begleitende antimikrobielle Therapie. Von der Nomenklatur her wird unterschieden in: * systematische Parodontalbehandlung welche aus der Initialbehandlung, der Parodontalchirurgie und der Erhaltungstherapie besteht. Nach den PAR-Richtlinien (S. 12) gilt für GKV-Versicherte u.a.: Bei der Parodontitistherapie ist es unverzichtbar, die Wurzeloberflächen zu reinigen und Mikroorganismen aus parodontalen Taschen zu entfernen. Die systematische Parodontitistherapie kann umfassen: - geschlossenes Vorgehen - offenes Vorgehen - antibiotische Therapie - Maßnahmen zur Sicherung des Behandlungserfolges nach Maßgabe von Nr. 7 * weiterführende Parodontalbehandlung gemeint ist hiermit, dass nach abgeschlossener Initialbehandlung geprüft wird, welche Maßnahmen erforderlich sind, um die Erkrankung auf Dauer "in den Griff" zu bekommen bzw., ob eine Weiterbehandlung überhaupt erforderlich oder sinnvoll ist, da die Mitarbeit des Patienten eine entscheidende Rolle für den Dauererfolg ist. ( Erhaltungstherapie) Die Behandlung selbst wird unterschieden in: * konventionelle Parodontalbehandlung hierbei kommen nichtchirurgische (Scaling und Wurzelglättung) und chirurgische Maßnahmen (Gingivektomie und versch. Arten von chirurgischen Techniken) zum Einsatz. Die Heilungsform läuft bei einem derartigen Vorgehen überwiegend nur reparativ ab und durch die Bildung eines (nicht gewünschten) langen Saumepithels charakterisiert. Röntgenologisch kann u.U. auch eine Knochenneubildung beobachtet werden. Dieser neue Knochen verfügt aber nicht über ein biologisches Attachement, da dieses von dem langen Saumepithel verhindert wird. * Einsatz regenerativer Maßnahmen und Techniken Wiederherstellungsmaßnahmen am Zahnhalteapparat durch den Einsatz verschiedener Verfahren; parodontale Regeneration Als Erfolgskriterien (sog "Surrogatvariablen") gelten: Attachmentgewinn knöcherne Auffüllung (Regeneration von in der Hauptsache vertikalen Defekten) Die Resultate der derzeit angewandten Behandlungsmethoden sind nicht verlässlich vorhersagbar und daher zuweilen enttäuschend. Grund dafür ist zum einen die große individuelle Varianz der Regenerationsfähigkeit des parodontalen Gewebes und die häusliche Durchführung von optimalen Mundhygienemaßnahmen, zum anderen die Vielzahl der am Heilungsprozess beteiligten Zellen und Moleküle (z.B. Amelogenine, bone morphogenetic proteins, Phosphate als Signalmoleküle). Parodontalbehandlungen bei normalen Krankheitsbildern sind in der zahnärztlichen Praxis bei guter Compliance des Patienten einfach durchzuführen und in der Regel über Jahre erfolgreich. bakteriologische Identifizierungssysteme, Behandlungsschema bei Zahnfleischerkrankungen, Deep Scaling, Emdogain, Full Mouth Desinfection, gesteuerte Geweberegeneration, Gingivektomie, Gracey Kürette, Hyaluronsäure-Gel, Initialbehandlung, Knochentasche, Kürettage, Lappenoperation, Lasereinsatz in der Zahnheilkunde, Leichttherapie, new attachment, Oraqix, Parodontalchirurgie, parodontale Regeneration, Parodontalstatus, Parodontitis, Parodontitis und Schwangerschaft, Parodontalchirurgie, PMIK ("antiinfektiöse Therapie"), Reattachement, Weski therapierte Parodontitis marginalis profunda - 6 Jahre nach Behandlungsabschluss © der Grafik: Prof. Roth / intervox Parodontalchirurgie engl.: periodontal surgery; Oberbegriff für eine Vielzahl von Maßnahmen - besonders bei einer Parodontitis marginalis -, die dann zum Einsatz kommen, wenn - bedingt durch die Schwere der Erkrankung - mit konventionellen Methoden ( Leichttherapie, Parodontalbehandlung) keine erfolgsversprechende Behandlung möglich ist. Gesteuerte Geweberegeneration, Gingivektomie, offene Kürettage, Lappenoperation, plastische Parodontalchirurgie Parodontalchirurgie , plastische, engl.: (plastic) periodontal surgery; meist eingesetzt zur Deckung von Gingivarezessionen ( "freiliegende Zahnhälse") mittels gesteuerter Geweberegeneration (GTR), Bindegewebstransplantat, freiem Schleimhauttransplantat oder Verschiebelappentechniken. Dabei scheinen das Bindegewebstransplantat und die Verschiebelappentechniken auf Dauer die besten Ergebnisse zu bringen. Eine Rekonstruktion von verloren gegangenen Zahnfleischpapillen in den Interdentalräumen im Sinne einer "roten Ästhetik" erscheint bisher auf Dauer problematisch; hier könnte das sog. "Papillenlifting" mittels Bindegewebstransplantat einen therapeutischen Ansatz darstellen. Emdogain, gesteuerte Geweberegeneration, Gingivektomie, Gingivoplastik, Gummy smile, HF-Chirurgie, Knochentasche, Kürettage, Lappenoperation, Lasereinsatz in der Zahnheilkunde, new attachment, Parodontitis, Parodontalbehandlung, Parodontalverband, VY-Plastik, Z-Plastik, Zahnfleischverband parodontale Abstützung , engl.: periodontal or tooth supported; Abstützung parodontale Indizes Messzahlen zur Bestimmung des Schweregrades eines Zahnfleischerkrankung. Neben der Art und Stärke der Entzündung sollte auch durch einen derartigen Index der Schweregrad des Attachmentverlustes bestimmt werden können. Weltweit durchgesetzt hat sich der von Ramfjord entwickelte Periodontal Disease Index. Community Periodontal Index of Treatment Needs (CPITN), Index, PMA-Index parodontale Regeneration regenerative Parodontaltherapie; (teilweise) Wiederherstellung des Aufbaus und der Funktion des Zahnhalteapparates, engl.: parodontal regeneration; durch vielfältige Methoden, so z.B. durch chirurgisches Einbringen von Knochenersatzmaterialien oder Flüssigkeiten bzw. Gelen und/oder gesteuerter Geweberegeneration (GTR / GBR) mittels Membranen (resorbierbar / nicht resorbierbar) zur Beseitigung von tiefen Zahnfleisch- und Knochentaschen ( new attachment). Wenn auch bisher ermutigende Einzelergebnisse vorliegen, so bleibt bisher diechte Regeneration ein Wunschtraum. Eine erfolgreiche systematische Parodontalbehandlung bewirkt aber eine relative p. R. , d.h. sie erreicht wieder gesunde parodontale Verhältnisse auf einem niedrigerem Niveau, welche bei einer guten Mundhygiene des Patienten über viele Jahre/Jahrzehnte Bestand haben können. Es können zur Anwendung (einzeln oder in Kombination) kommen, wobei keine individuelle Vorhersage der Wirkung möglich ist: * Knochenersatzmaterialien Einsatz von eigenem oder fremden Knochen bzw. alloplastischer Stoffe; diese Materialien sollen die Neubildung von Alveolarknochen und Wurzelzement fördern als/durch: Leitschiene für Knochenneubildung (sog. Osteokonduktion) Zufuhr von knochenbildenden Zellen (Osteogenese) Zufuhr von knocheninduzierenden Substanzen (Osteoinduktion) * Gesteuerte Geweberegeneration (GTR) - Gesteuerte Knochenregeneration (GBR) durch eine mechanische Barriere (resorbierbare/nicht resorbierbare Folien) werden die sehr schnell regenerierenden Epithelzellen daran gehindert, die nur langsam regenerierenden Zellen aus dem Desmodont, Alveolarknochen zu überwuchern bzw. die Einheilung eines Knochentransplantats ungestört ablaufen zu lassen * Wachstumsfaktoren noch junge, meist im klinischen Versuchsstadium befindliche Verfahren, welche durch Zufuhr von "anregenden Stoffen" (z.B. Polypeptidhormonen) eine Steuerung vielfältiger zellulärer Abläufe bewirken sollen: Schmelz-Matrix-Proteine beruhen auf der Annahme, dass das Protein des Amelogenin, das vom menschl. Körper (von den Zellen der Hertwigschen Epithelzellen) während der natürlichen Zahnentwicklung produziert wird, die Differenzierung von Wurzelzement bildenden Zellen bewirkt. Dieses Eiweiß wird bei erkrankten Zähnen auf die gereinigte Wurzeloberfläche aufgebracht und soll zu einer Wiederherstellung von Wurzelzement, parodontalem Ligament und Alveolarknochen führen. BMPs (bone morphogenetic proteins) besitzen osteoinduktive Faktoren, welche das Potential besitzen, die Umwandlung von mesenchymalen Zellen in knochenproduzierende Zellen zu stimulieren Platelet-Derived Growhth Factors (PDGF) und ähnliche Stoffe (z.B. IGF) können die Proliferation und Migration von Desmodontalzellen und die Differenzierung der Osteoblasten und Zementoblasten unterstützen * Bearbeitung (Konditionierung) der Wurzeloberfläche man diskutiert, ob eine Entkalkung der Wurzeloberfläche zu einem Herauswachsen und Modifizieren von Faserstrukturen aus den Dentinkanälchen heraus führen kann Parodontalbehandlung Parodontalerkrankung engl.: periodontal disease; zunächst nicht näher bezeichnete Erkrankung des Zahnhalteapparates. Im Sprachgebrauch wird meist darunter eine "chronisch-entzündliche Erkrankung von Zahnfleisch und Kieferknochen" verstanden. Parodontitis, Parodontitis marginalis Parodontalligament Desmodont, engl.: (periodontal) ligament; spezialisiertes Bindegewebe, welches den Zahn im Knochenfach des Alveolarknochens federnd aufhängt Wurzelhaut Parodontalschiene "Parodontoseschiene", Stabilisierungsschiene, engl.: periodontal splint; mit dem Ziel einer Verblockung von gelockerten Zähnen. Unterscheidung in: * temporäre Parodontalschiene abnehmbare Kunststoffschiene, welche bis zu mehreren Wochen getragen wird * semipermanente Parodontalschiene meist abnehmbare Kunststoffschiene (z.B. Miniplastschiene), welche bis zu mehreren Jahren getragen werden kann * permanente Parodontalschiene festsitzende Schiene - i.d.R. aus Metall (z.B. Elbrecht Schiene, auch "Krallenschiene") bzw. hochwertigem, dünnem Kunststoff (z.B. Miniplastschiene) oder in Form von miteinander verblockten Kronen/Brücken -, welche bis zum Zahnverlust getragen wird Über den Erfolg derartiger Therapien als alleinige Maßnahme wird unterschiedlich diskutiert, da es zwar durch Verblockung zu einem scheinbaren Verfestigen der Zähne untereinander kommt, aber i.d.R. keine parodontale Regeneration eintritt. Parodontalsonde Parodontometer, engl.: periodontal probe; an der Spitze stumpfe, mit einer Mess-Skala versehene Sonde zur Messung der Taschentiefe ("Sondierungstiefe") in Millimetern. Bekanntestes Instrument ist die WHO-Sonde. Zum exakten Krafteinsatz bei der Messung (jeder Untersucher misst mit einer anderen Kraft) gibt es druckkalibrierte Parodontalsonden (TPS-Sonde = True Pressure Sensitive (periodontal probe)) oder elektronische Parodontalsonden (z.B. Peri-Probe®; Ergebnisse werden auf einem Drucker ausgegeben). In jüngerer Zeit wird eine Messung der Taschentiefe erst nach einer parodontalen Vorbehandlung (Initialtherapie: Symptomatische Therapie, Mundhygiene, Ultraschall) empfohlen, da sonst die Ergebnisse verfälscht sein könnten: Entweder stößt die Sonde in der Zahnfleischtasche auf Konkremente, oder sie touchiert entzündetes Gewebe und verletzt dieses. Dadurch sind Fehlmessungen bis zu 2 mm nicht ausgeschlossen. FloridaProbe, Hauer Parodontometer, Rolltest, Taschenboden, Taschentiefe Parodontalspalt Desmodontalspalt, Periodontalspalt, engl.: periodontal space; gelenkartiger Spalt zwischen der knöchernen Alveole und der Zahnwurzel. Dadurch, dass die Zahnwurzel nicht mit dem Kieferknochen fest verwachsen ist, sondern im Knochenfach an Fasern ( Sharpeysche Fasern) elastisch aufgehängt ist, werden von außen auf den Zahn einwirkenden Kräfte federnd auf die Umgebung übertragen; die Eigenbeweglichkeit des Zahnes in dieser "federnden" Aufhängung beträgt maximal 20 µ. Bei entzündlichen Prozessen oder Überbelastungen eines Zahnes ist der P. röntgenologisch sichtbar verbreitert. Ankylodontie, Desmodont, intraligamentär, Wurzelhaut Bild-Klick! Parodontalsprechstunde, "Recallstunde", engl.: periodontal consultation hour; parodontale Erhaltungstherapie Parodontalstatus PA - Status, engl.: periodontal chart (portrait); vor Beginn einer systematischen Parodontalbehandlung vorgeschriebene Befunderhebung (klinisch u. röntgenologisch) des gesamten Zahnhalteapparates kombiniert mit der geplanten Therapie bei den Gesetzlichen Krankenkassen. Aus Dokumentationsgründen auch bei privat Versicherten empfohlen. Die Dokumentation des klinischen Befunds (Parodontalstatus) umfasst: - Taschentiefen und Blutung der Zahnfleischtaschen auf Sondieren - parodontale Rezessionen, um einen Ausgangswert für die Beurteilung einer möglichen Progression der Parodontitis zu erheben; fakultativ und alternativ kann auch der klinische Attachmentverlust aufgezeichnet werden. - Furkationsbefall: Grad 1 = bis 3 mm in horizontaler Richtung; Grad 2 = mehr als 3 mm in horizontaler Richtung; Grad 3 = durchgängig - Zahnlockerung: Grad I = gering horizontal (0,2 mm – 1 mm); Grad II = moderat horizontal (mehr als 1 mm); Grad III = ausgeprägt horizontal (mehr als 2 mm) und in vertikaler Richtung FloridaProbe, Parodontalbehandlung, Röntgenstatus, Status, Zahnstatus Bilder-Klick! amtliches Formblatt bei gesetzlich Versicherten Parodontalverband Zahnfleischverband, engl.: periodontal dressing; als Verband und Fixation anhaftender Wundverband bei Gingivektomien und Papillektomien, tiefer Kürettage, offenen Lappen-Operationen, Gingivarepositionen, Kronenverlängerungen, zur provisorischen Unterfütterung von Sofortprothesen in der Parodontalchirurgie. Neben den "klassischen" Verbänden auf Eugenolbasis, kommen Verbände auf Kunststoffbasis (z.B. Peripac®) zum Einsatz Zahnfleischverband Bild-Klick! Parodontitis Zahnbettentzündung, Periodontitis, griech. Kunstwort, umgangsspr. "Parodontose" engl.: paradentitis, parodontitis, periodontitis, mit (historischer) Unterscheidung in Parodontitis apicalis und Parodontitis marginalis. Nach der neuen Nomenklatur ( Einteilung der Zahnfleischerkrankungen) entfällt das Wort "marginalis" bei der Abgrenzung zur Parodontitis apicalis. Für die P. ist noch eine andere Klassifizierung von Bedeutung und in der Praxis üblich ( Special: Einteilung und Erscheinungsbilder von Zahnfleischerkrankungen): AP - langsam verlaufende Erwachsenen Parodontitis (häufigste Form, gut therapierbar) PP - im Milchgebiss sehr schnell verlaufende präpubertäre Parodontitis (beim Durchbruch der Milchzähne zwischen dem 2. u. 4. Lebensjahr entweder lokalisiert an einzelnen Zähnen oder generalisiert auftretend) (L)JP - (lokale) schnell verlaufende juvenile Parodontitis (meist in Schüben verlaufend und rasch fortschreitend, besonders an Frontzähnen und ersten Molaren vorkommend. Beginn in der Pubertät, dabei Vorkommen beim weiblichen Geschlecht viermal häufiger als beim männlichen) RPP (rapidly progressive periodontitis), früher: Parodontitis marginalis progressiva - schnell progrediente Parodontitis des jungen Erwachsenen (Auftreten im 3. Lebensjahrzehnt, prognostisch ungünstig, s. Abb. oben) (A)NUG - (akut) nekrotisierende ulzerierende Gingivitis/Parodontitis RP - refraktäre Parodontitis Es handelt sich bei allen entzündlichen Formen der P. um eine chronisch bakterielle Entzündung, die Zahnfleisch und Stützgewebe ( Parodontium) angreift und so den Zahn in seiner Verankerung ( Parodontium) schwächt bzw. aus dieser löst. Die Verursacher dieser Erkrankung sind neben den Markerkeimen wie z.B. Bacteroides, Prevotella, Porphyromonas und Actinobacillus auch Pilze (z.B. Hefen wie Candida) und atypische Keime wie Enterokokken und pyogene Keime bei Superinfektionen. Der Krankheitsverlauf ist jedoch nicht zwingend vorgegeben, sondern neben sorgfältiger Mundhygiene abhängig von der Veranlagung (Disposition) des Patienten. So kann die gleiche Bakterienmenge - je nach Entzündungsneigung des Patienten - ganz unterschiedliche Schweregrade einer P. hervorrufen. Die P. ist Ausdruck einer gestörten Wechselbeziehung zwischen der natürlichen Keimbesiedlung der Mundhöhle ("orale Flora") und der angeborenen (unspezifischen) Immunität des Organismus, da bekannt ist, dass z.B. auch bei gesunden Patienten (fast) alle eine P. verursachenden Keime vorhanden sein können, ohne dass eine Zahnbettentzündung entsteht. Äußere Einflüsse - z.B. Stress, Nikotinabusus, Medikamente - verstärken die Möglichkeit der Verschlimmerung ( Parodontitisrisikofaktoren). Über die Ursachen und den Verlauf der P. ist bis heute noch vieles unbekannt: Bekannt ist, dass Zahnbetterkrankungen unterschiedlich schnell verlaufen, auch der Zahnverlust ist individuell verschieden - okklusale Störungen scheinen für eine P. so gut wie keine Bedeutung zu haben - lediglich kann eine Progression verstärkt werden. Nicht bekannt sind die exakten Gründe dafür, obwohl einige biologische Zusammenhänge bereits festgestellt wurden und weiter erforscht werden. Ein weiteres Risiko neben fehlendem Wissen um Ursachen und Entwicklungen ist der versteckte Verlauf parodontaler Erkrankungen: Viele Entzündungen entziehen sich der visuellen Betrachtung. Eine exakte und sichere parodontale Untersuchung muss mit einer Sonde erfolgen und gegebenenfalls durch eine Röntgenaufnahme unterstützt werden. Die P.-Infektion betrifft alle Gewebe des Zahnhalteapparates: Die Gingiva, das Wurzelzement, das Desmodont und den Alveolarknochen. Zur Feststellung der Erkrankung wird eine visuelle Untersuchung durchgeführt, welche normalerweise durch eine radiologische ergänzt wird. Dabei ist festzuhalten, dass die Untersuchung der Sondierungswerte und des Attachmentniveaus empfindliche und verlässliche Parameter für die Diagnostik darstellen, während die radiologische Beurteilung des Knochenniveaus mehr einen verifizierenden Charakter hat. Bei Patienten mit aggressiver P. ist eine mikrobiologische Untersuchung (z.B. PCR) der in der Zahnfleischtasche liegenden Plaque notwendig. Zukunftsweisende biochemische, immunologische und genetische Methoden - z.B. die Bestimmung von Markerkeimen im Speichel und der Sulkusflüssigkeit haben heute (2004) noch keine praktische Bedeutung. Weitere diagnostische Hilfsmittel - z.B. druckkalibrierte Messsonden oder Periodontometer - tragen zur Objektivierung und zum Screening der Befunde bei. Hauptsächlich zwei Prädiktoren bestimmen Prävention und Krankheitsverlauf bei Patienten mit chronischer Parodontitis: Die Immunantwort des Patienten sowie die begleitende antimikrobielle Therapie. Supragingivaler Zahnstein spielt im Rahmen der Ätiologie einer Parodontitis eine entscheidende Rolle. Probleme verursacht er hauptsächlich als Hygienehindernis aufgrund seiner plaque-retentiven porösen Oberfläche und der Verblockung interdentaler Schmutznischen. Sein direkter Kontakt mit dem Zahnfleischsaum scheint Entzündung und gingivale Rezession zu fördern. Supragingivaler Zahnstein ist aber auch von Lakunen und Kanälen durchzogen. In diesen unmineralisierten Bereichen besteht ein großes Reservoir für Bakterien, welche darin ideale Wachstumsbedingungen finden: Feucht, warm und Nahrung im Überfluss. Durch gute Mundhygiene, insbesondere den häufigen Einsatz von Zahnseide oder Zwischenraumbürstchen zur Reinigung der Zahnzwischenräume, lässt sich das Risiko einer Parodontitis deutlich verringern. Bei Grunderkrankungen wie Diabetes, aber auch in Phasen reduzierter Immunabwehr, etwa bei einem Schnupfen, ist das Risiko, dass sich einige der rund 500 bisher identifizierten Bakterienarten der Mundhöhle massiv vermehren, besonders groß. Rauchen begünstigt ebenfalls den Plaquebefall und damit eine Parodontitis ( Parodontisrisikofaktoren). Der Zustand des Parodontiums verändert sich unter dem Regelzyklus der Frau. So ist z.B. der Gingiva-Index zum Zeitpunkt der Ovulation signifikant erhöht. Viele Frauen berichten auch von Beschwerden und Reizzuständen des Parodonts innerhalb des Menstruationszyklus. Zur Dokumentation - vor allem der klinischen Untersuchungsbefunde - wird eine Indizierung vorgenommen, wobei der abgewandelte CPITN -Index - der PSI-Index (Parodontale Screening-Index; PSI) - heute weltweit am meisten angewandt wird. In Deutschland gebräuchlich ist nachfolgende grobe Klassifizierung: * Gingivale Erkrankungen * Chronische Parodontitis * Abszesse des Zahnhalteapparates * P. im Zusammenhang mit endodontalen Verletzungen * Entwicklungsbedingte oder erworbene Zustände International ab 1999 eingeführt ist eine wesentlich differenziertere Klassifikation, welche auch von der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie anerkannt ist. Näheres durch Anklicken dieses Textes Leichte Formen der Entzündungen des Zahnbettes sind heute bei der Mehrzahl der Erwachsenen festzustellen; man schätzt, dass in Europa etwa 45 % der Bevölkerung an Parodontalerkrankungen leiden. Etwa 5 bis 20 Prozent der Bevölkerung sind von schwereren Formen betroffen. Mit einem frühzeitigeren Eingreifen durch den Zahnarzt, der Motivation und Anleitung des Patienten zu gründlicherer Mundhygiene und einer langfristigen Betreuung durch das zahnärztliche Team könnten Folgeerscheinungen der P. wie Gewebeschäden, Knochenabbau und Zahnverlust in den meisten Fällen verhindert werden. P. ist keine auf den Zahn-, Mund- und Kieferbereich beschränkte Erkrankung. Vielmehr könnten sich die Folgen einer bakteriellen Entzündung vom Mundraum in den ganzen Körper ausbreiten. Zahlreiche Studien zeigen bei unbehandelter Parodontitis ein zweifach erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Kreislauferkrankungen, ein erhöhtes Vorkommen für Frühgeburten, niedrigeres Geburtsgewicht bei Babys und Auswirkungen auf Diabetes, Atemwegserkrankungen und cerebrale Infektionen, obwohl die Zusammenhänge im Einzelnen noch nicht erklärt werden können. Eine neue Interventionsstudie (Einzelfall-Kontroll-Studien; Jeffcoat M. et al.;2003) unterstreicht den Zusammenhang zwischen Parodontitis und Frühgeburten: Schwangere Frauen, die sich einer geschlossenen PA-Behandlung unterziehen, reduzieren das Risiko einer verfrühten Geburt um rund 90%. Eine Behandlung der P. erfolgt konservativ durch mechanische Säuberung der (in der Zahnfleischtasche) frei liegenden Wurzeloberfläche, entweder mit Handinstrumenten ( Scaler) oder mit Geräten auf Ultraschallbasis. U.U. ist bei tiefen Zahnfleischtaschen ein chirurgischer Eingriff unter direkter Sicht nötig. Dabei erfolgt eine schonende Zahnfleischlappenbildung unter Erhaltung des bestehenden Attachments. Da in der Hauptsache der krankheitsverursachende Biofilm beseitigt werden soll, ist bei allen Techniken eine rigorose Bearbeitung/Entfernung der Hart- und Weichgewebe weder erforderlich noch sinnvoll. Bei schwereren Erkrankungen kommt die "gesteuerte Geweberegeneration" - sog. Membran-Technik - zum Einsatz: Bei diesem Verfahren wird eine Membran aus resorbierbarem Kollagen oder Kunststoff (z.B. Teflon) zwischen das Zahnfleisch einschließlich des darunter liegenden Bindegewebes und den angegriffenen Knochen eingebracht. Die Membran bildet nun eine Barriere für das schnell wachsende Zahnfleischepithel, das sonst in die entstandene Tasche hineinwuchern, dem Zahn aber keine Festigkeit geben würde. Die deutlich langsamer wachsenden Bindegewebe des Zahnhalteapparates erhalten auf diese Weise die Gelegenheit, die gereinigte Wurzeloberfläche neu zu besiedeln, eine neue Wurzelzementschicht und neue Haltefasern zu bilden. Auch der zerstörte Knochen hat ausreichend Zeit für den Wiederaufbau. Diese regenerative Therapie ist teuer (ca. 500-700 €/Zahn) und wird von den Gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen. Prinzip der gesteuerten Geweberegeneration: Bild-Klick! Der Wiederaufbau des Zahn-Halteapparates lässt sich durch gezielte Gabe von speziellen Eiweißen weiter unterstützen: Das künstliche Protein Amelogenin, das bei der Zahnschmelzbildung des Fötus eine entscheidende Rolle spielt, stimuliert den Wiederaufbau von Wurzelzement. Zum Auffüllen großer Knochendefekte werden patienteneigener Knochen oder Knochenersatzmaterialien verwendet. Noch Utopie ist der Einsatz von Stammzellen: In Zukunft könnten die Menschen ihre Weisheitszähne, wenn diese gezogen werden müssen, als "Stammzellenbank" anlegen und darauf zurückgreifen, wenn sie später eine Parodontitis entwickeln. Behandlungsschema bei Zahnfleischerkrankungen Als Erfolgskriterien (sog "Surrogatvariablen") gelten: Attachmentgewinn knöcherne Auffüllung (Regeneration von in der Hauptsache vertikalen Defekten) Zum dauerhaften Erfolg jeglicher Parodontitis-Behandlung gehört eine Langzeitbetreuung mit regelmäßigen (3-6 monatigen; risikoabhängig) Recall-Intervallen. Bei diesen Sitzungen erfolgt eine supra- und subgingivale Belagsentfernung mit anschließender Politur und Fluoridierung der Zahnoberflächen, eine Patientenremotivation zu optimaler Mundhygiene. Zusätzlich werden in dieser Sitzung im Sinne eines "Monitorings" die Parameter Blutung ( BOP), Plaqueindex (PI) und Attachmentverlust (CAL) überprüft. Die Grundlagenforschung hat in den vergangenen Jahren auch in der Zahnmedizin erstaunliche Einblicke geliefert. Besonders anschaulich zeigt sich dies im Bereich der Parodontologie. Neue Forschungsergebnisse haben die Relevanz genetischer Faktoren belegt, die Prognose des Krankheitsverlaufs präzisiert und Wechselwirkungen mit anderen Erkrankungen aufgezeigt. Bei der Parodontitis regt die Plaque mit zunehmender Verweildauer die Zellen des Immunsystems zur Produktion von Entzündungsmediatoren an. Dabei spielt das Cytokin Interleukin-1 (IL-1) eine zentrale Rolle für den weiteren Verlauf der Parodontitis. US-amerikanischen Forschern gelang es, verschiedene Variationen des Gens auszumachen, das die Expressionsmuster des Parodontitis-spezifischen IL-1 beeinflusst. Eine dieser Variationen verursacht die starke, Plaque-induzierte IL-1 Expression. So wundert man sich nun nicht mehr, warum einige Patienten auf wenig Plaque mit heftigen Entzündungen reagieren, während andere von ihren dicken Plaqueschichten nahezu unberührt bleiben. Neben den Erkenntnissen um die Zusammenhänge erblicher Faktoren mit schweren Verläufen einer Parodontitis hat die Interleukin-Forschung auch den Blick für Assoziationen zwischen chronischen parodontalen Entzündungen und allgemeinen Erkrankungen geschärft. So können Bakteriämien vor allem bei Patienten mit einer geschwächten Abwehrlage, vorgeschädigtem Myokard oder Klappenersatz schwerwiegende Komplikationen verursachen. Diesen Erkenntnissen wird schon seit vielen Jahren durch prophylaktische Maßnahmen im Rahmen zahnärztlicher Eingriffe Rechnung getragen. Neben einem erhöhten Parodontitis-Risiko bei schlecht eingestelltem Diabetes, beeinflusst umgekehrt auch eine unbehandelte Parodontitis den Glukosemetabolismus. So wird vermutlich aufgrund von Interaktionen zwischen Entzündungsmediatoren und Insulinrezeptoren eine Erhöhung des glykolysierten Hämoglobins ausgelöst. Interventionsstudien konnten die Zusammenhänge eindrücklich bestätigen: Geht man erfolgreich gegen die Parodontitis vor, sinken die Werte des glykolysierten Hämoglobins ebenso wie der Insulinbedarf. Auch bei schwangeren Frauen können Entzündungsmediatoren, die durch eine marginale Parodontitis freigesetzt werden, nachteilige Wirkung erzielen. Erreichen die Mediatoren die Plazenta, kann sich das für andere Faktoren adjustierte Risiko einer Frühgeburt mit niedrigem Geburtsgewicht fast um ein Achtfaches erhöhen. Nach diesen Erkenntnissen sollen rund 18 Prozent aller untergewichtigen Frühgeburten auf eine Parodontalerkrankung der Mutter zurückzuführen sein. Die Therapie der Parodontitis bei einer schwangeren Patientin sollte demnach bestenfalls in Absprache mit dem Gynäkologen erfolgen. Seit vielen Jahren werden die Zusammenhänge zwischen koronaren Herzerkrankungen bzw. arteriosklerotischen Folgeerkrankungen (z.B. Schlaganfall) und parodontalen Entzündungsprozessen diskutiert und evaluiert. Klinischen Untersuchungen nach soll sich das für die bekannten Faktoren adjustierte Risiko einer tödlich verlaufenden koronaren Herzkrankheit bei einem durchschnittlichen Alveolarknochenabbau von 20 Prozent gegenüber dem Risiko parodontal gesunder Menschen verdoppeln. (Forscher der Universität Helsinki konnten in einer großen Studie (2003) mit mehr als 6500 Männern und Frauen diesen Zusammenhang nicht bestätigen. Demnach sterben vor allem Raucher an Gefäßerkrankungen, außerdem erhöht sich das Infarktrisiko durch Bluthochdruck und Stoffwechselstörungen. Die Gesundheit von Zahnfleisch und Zähnen hat aber nach dieser Studie keine Auswirkungen auf den Zustand der Herzkranzgefäße.) Ähnliche Zusammenhänge wurden für chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD) und Schlaganfall beobachtet. Neuerdings haben Wissenschaftler auf eine Assoziation zwischen P. und CRP-Konzentration (sog. Entzündungsmarker, C-reaktives Protein) hinweisen. Parodontale Erkrankungen können die Konzentration des Entzündungsmarkers im Blut steigern. Diese erhöhten Werte gelten bei ansonsten gesunden Personen als Risikomarker für kardiovaskuläre Erkrankungen. Gerade bei Patienten mit kardialen Ischämien oder Myokardinfarkt werden hohe CRP-Konzentrationen nachgewiesen. Zahlreiche Studien konnten somit in den vergangenen Jahren zeigen, dass die Zusammenhänge zwischen oraler und allgemeiner Gesundheit auf vielen Ebenen relevant sind. Interventionsstudien müssen nun endgültig klären, ob die konsequente Therapie einer bestehenden Parodontitis einen positiven Effekt auf verschiedene Krankheitsrisiken ausüben kann. Quellen: Deutsche Gesellschaft für Parodontologie, International Association of Periodontologists and Implantologists Menschen mit P. entwickeln doppelt so häufig Präkanzerosen und viermal so oft Mundhöhlenkarzinome wie Menschen ohne ernsthafte parodontale Erkrankungen. Attachmentverlust, bakteriologische Identifizierungssysteme, Deep Scaling, Emdogain, Engstand, Erhaltungstherapie, Full Mouth Desinfection, Gingivitis, Gingivitis (Parodontitis) als Begleitsymptom, Höhenabbau, Hyaluronsäure-Gel, Knochentasche, Kürettage, Markerkeime, Lappenoperation, Lasereinsatz in der Zahnheilkunde, Leichttherapie, Leukämie, Osteolyse, Parodontitisdiagnose, Parodontalbehandlung, Parodontalchirurgie, Parodontitis und Schwangerschaft, Periimplantitis, Zahnverlust Special: Einteilung und Erscheinungsbilder von Zahnfleischerkrankungen Special: Einteilung der Zahnfleischerkrankungen (international) http://www.parodontologie.ch/de/parodontitis.php Socransky Socransky et al. 1998 et al. 1998 Bild-Klick! Bild-Klick! Bild-Klick! Auswirkungen einer P. auf den übrigen Organismus Parodontitis apicalis apicale Ostitis, Wurzelspitzenentzündung, engl.: apical periodontitis; mit akuten oder chronischen Entzündung des Desmodonts und den umgebenden Knochen um die Wurzelspitze eines Zahnes herum, i.d.R. als Folge einer Gangrän oder eines nicht durch eine fachgerechte Wurzelkanalbehandlung versorgten nervtoten Zahnes. Unterteilung in: * Parodontitis apicalis acuta durch starke Druckschmerzen und Berührungsempfindlichkeit infolge einer Infiltrierung der Wurzelhaut geprägtes Krankheitsbild. Eine Trepanation des Zahnes - u.U. auch eine Schrödersche Lüftung - bringen rasch eine Besserung der Beschwerden. Gangrän * Parodontitis apicalis chronica um die Wurzelspitze herum bestehende Entzündung der Strukturen des Zahnhalteapparates, welche als Ausdruck eines Gleichgewichtes zwischen der körpereigenen Abwehr und der Infiltrierung mit Bakterien meist abgekapselt ist. Entwicklung zum apikalem Granulom ("Eitersäckchen") oder Zystenbildung bei längerem Fortbestehen der Entzündung. Wird dieses Gleichgewicht gestört, so kommt es zu einer akuten Exazerbation mit dem klinischen Erscheinungsbild einer akuten P. a. . Sollte eine Trepanation und endodontische Versorgung des Zahnes zu keinem dauerhaften Erfolg führen, so ist, neben der Wurzelspitzenresektion, die Entfernung des Zahnes angezeigt. * chronisch granulierende Parodontitis apicalis (nach Partsch) * mit Fistelbildung; chronisch granulierende Entzündung nach Partsch Veränderungen der Knochendichte im Zahnwurzelbereich ("dunkle Stellen", s. Abb.) sind im Röntgenbild erst erkennbar, wenn mindesten 30% der anorganischen Knochenstrukturen abgebaut sind. Derartige Resorptionen dauern i.d.R. einige Wochen. Gangrän, Granulom, periapikale Läsionen, Perkussionstest, Vitalitätsprüfung Bild-Klick! Parodontitis apicalis chronica Parodontitisdiagnose Verfahren zur Parodontitiserkennung, engl.. periodontal diagnosis; vielfältige Möglichkeiten der (Früh-)Erkennung einer Parodontitis sind vorhanden und werden unterschieden in: * herkömmliche Verfahren Messung der Tiefe von Zahnfleischtaschen mit speziellen Sonden, Parodontalstatus. röntgenologische Bestimmung der Höhe des Alveolarknochens Messung der Blutung: Der Grad der Blutung beim leichten Reizen des Zahnfleischs kann mit versch. Indizes bewertet werden ( z.B. Papillenblutungsindex); nach evidenzbasierten Kriterien haben diese Methoden wenig Aussagekraft; das Fehlen einer Blutung deutet aber ziemlich zuverlässig darauf hin, dass das Risiko, an einer Parodontitis zu erkranken, gering ist die wissenschaftlich untersuchte Methode der Temperaturmessung in der Zahnfleischtasche als Ausdruck einer Entzündung hat sich bisher in der Praxis nicht durchsetzen können. Als neuere Methoden gelten: * Elektronische Sonden messen meist auf der Basis einer druckkalibrierten Sondierung, um individuelle Fehlerquellen durch zu starken Druck (ergibt eine größere Taschentiefe als tatsächlich vorliegend) bei der Sondierung auszuschließen. Die Befunde werden elektronisch auf ein Gerät übertragen und liefern neben reinen Zahlenwerten auch grafische Resultate, welche auch für den unwissenden Patienten leicht verständlich sind. Wegen der Umständlichkeit der Handhabung haben sich derartige Systeme bisher (2005) nicht in der Praxis durchgesetzt. * Messung der dynamischen Zahnbeweglichkeit elektronisch wird der Widerstand des Parodontiums gegen leichte, senkrecht auftreffende Schläge von einem Periotest®-Gerät ausgelöst sowie gemessen und akustisch wie auch zahlenmäßig dargestellt oder berührungslos mit dem Ostell mentor-System bestimmt. Aussagen über die Schwere einer Zahnfleischerkrankung sind mit diesem Verfahren nicht sicher möglich; obwohl schon vor Jahrzehnten entwickelt, hat sich dieses Gerät in der Praxis nicht durchgesetzt. * bakteriologische / molekularbiologische Untersuchungsmethoden zählen nicht zu den primären Diagnosemitteln, sondern werden meist erst dann eingesetzt, wenn eine bestehende Zahnfleischerkrankung auf herkömmliche Methoden nicht anspricht . Sie beruhen auf dem Nachweis von Bakterien oder sog. Markern in der Sulkusflüssigkeit. Wegen der z.Zt. noch relativ langwierigen Aufbereitung und teuren Anwendung ist diesen Verfahren bisher kein allgemeiner Durchbruch gelungen; Verbesserungen in der Anwendung und Preissenkungen werden diese Methoden in Zukunft zu einem festen Bestandteil in der Parodontitis-Erkennung werden lassen bakteriologische Identifizierungssysteme, Markerkeime * radiologische Untersuchungsmethoden Schon bei der herkömmlichen Diagnostik spielen Röntgenaufnahmen (Zahnfilme, Panorama-Aufnahmen, Bissflügel-Aufnahmen) eine bedeutende Rolle zur Erkennung des Alveolarknochenabbaus. Tomogramme und Computertomographie werden zur Diagnostik als zu aufwendig und manchmal auch als zu aussageschwach angesehen. * digitale Röntgendiagnose ist sehr gut in der Lage, graduelle Werte zur Knochendichte und eventueller Umbauvorgänge - einem Beurteilungskriterium zur Qualität des Zahnhalteapparates - zu liefern. Eine Praxisreife dieses in der Wissenschaft schon angewandten Verfahrens ist ebenso wie die 3D-Rekonstruktionen (z.B. nach dem TACT-Verfahren) noch nicht gegeben * Durchfluss-Zytometer Die Zellen werden in einem komplizierten Verfahren mit farbig markierten, fluoreszierenden Antikörpern versehen und fließen in einer Lösung durch den Zytometer hindurch. Da die leuchtenden Antikörper nur an den passenden Zellen andocken, kann das Gerät mit Hilfe von Lasern die Zellen farblich sortieren und analysieren. Auf Computer-Bildschirmen bekommen die Forscher dann ein genaues Abbild der Proben präsentiert. Durchfluss-Zytometer, mit denen Zelleigenschaften gemessen werden können, werden schon lange in anderen Bereichen wie etwa der Hämatologie eingesetzt. Der in der Gießener Poliklinik für Parodontologie eingesetzte Durchfluss-Zytometer ist in Deutschland zurzeit (2005) der kleinste und gleichzeitig leistungsstärkste seiner Art Special: Einteilung und Erscheinungsbilder von Zahnfleischerkrankungen Parodontitis marginalis Zahnbettentzündung, früher: Alveolarpyorrhö, laienhaft (und falsch) "Parodontose", engl.: primary periodontitis, pyorrhoea alveolaris; bakteriell hervorgerufene Entzündung, die unbehandelt zu einer progressiven, irreversiblen Destruktion des Zahnhalteapparates führt. Ursache für eine P. m. sind bakterielle Beläge ( Plaque), aber auch genetische Faktoren und Allgemeinerkrankungen (z.B. Diabetes mellitus). Der P. m. geht fast immer eine Gingivitis (Zahnfleischentzündung) voraus. Unterteilung in: * Parodontitis marginalis superficialis Entzündung aller Anteile des marginalen Parodontiums mit einem Knochenabbau, der auf maximal ein Drittel der Wurzellänge beschränkt ist. * Parodontitis marginalis profunda Entzündung aller Anteile des marginalen Parodontiums mit Knochenabbau von mehr als zwei Drittel der Wurzellänge Als häufigste Symptome sind zu beobachten: Zahnfleischentzündungen mit fortschreitendem Knochenverlust Zahnfleischblutung und Abszesse Zahnlockerungen und -wanderungen Zahnverlust durch starke Lockerung Die dabei bestehende Zahnfleischtasche ("parodontale Tasche") weist im Gegensatz zur physiologischen, gingivalen Tasche einen Attachmentverlust auf. Der größte Teil der parodontalen Tasche ist von Wurzelzement und Taschenepithel begrenzt; am Boden der Tasche besteht, wie in der Gingivatasche, ein reißverschlussartiger Epitheleinriss, so dass der Taschenboden allseits von Epithel ausgekleidet ist. Attachmentverlust, Behandlungsschema bei Zahnfleischerkrankungen, Gingivektomie, Höhenabbau, lokale Antibiotikazufuhr, Kollagenase, Kürettage, Lappenoperation, Leichttherapie, Leitkeime, Markerkeime, Osteolyse, Propolis Parodontalbehandlung, Parodontitis, Perkussionstest, Polyalveolyse Special: Einteilung und Erscheinungsbilder von Zahnfleischerkrankungen Special: Einteilung der Zahnfleischerkrankungen (international) Socransky et al. 1998 et al. 1998 Bild-Klick! parodontale Tasche Bild-Klick! Bild-Klick! Parod. marg. profunda. Der Zahn wird nur noch durch die Brücke im Kiefer gehalten. Auch unter dem Begriff "eliminatio dentis" (völlige Umfließung der Wurzel mit Taschenepithel) bekannt Parodontitis marginalis progressiva, Parodontitis Parodontitis und Schwangerschaft; engl.: parodontitis and pregnancy; es gibt zunehmend Hinweise, dass eine orale Infektion und Entzündungen im Mundbereich körperlichen Stress auslösen und damit den Fetus bedrohen können. Der mütterliche Stress scheint einherzugehen mit der Verbreitung von oralen Mikroben und mit der Auslösung von Gefäß- und Leberentzündungen. Der Mechanismus, durch welchen eine orale Infektion mütterlicher- und kindlicherseits Stress hervorruft, scheint ein völlig anderer zu sein als der, der bei der lokalen Parodontalgewebszerstörung abläuft - genauere Zusammenhänge sind aber (noch) nicht bekannt. Darüber hinaus scheint sich bei vielen Schwangeren der Zustand des Zahnfleisches zu verschlechtern. Das macht sich bemerkbar als Veränderungen in oralen Entzündungen, insbesondere ein Anstieg in der Tendenz zu Zahnfleischbluten und Taschenbildung. Es kommt zu einem Überwuchern von Mikroorganismen und diese können auf dem Blutweg transuteral in den Fetus gelangen. Daher glauben die Wissenschafter mittlerweile, dass orale Infektionen der Mutter und speziell die Verschlechterung einer Parodontalerkrankung während der Schwangerschaft direkt den Fetus bedrohen. Behandlung in der Schwangerschaft, BOP, CPITN, Leichttherapie, Mukositis, PCR, Pubertätsgingivitis, Schwangerschaft, Schwangerschaftsepulis, Schwangerschaftsgingivitis Behandlungsschema bei Zahnfleischerkrankungen Bild-Klick! Schwanger-schaftsrisiko durch eine P. Bild-Klick! Parodontitisrisikofaktor engl.: periodontitis risk factor; bekannt ist, dass Raucher eine wesentlich höhere Erkrankungsrate haben - der Gesundheitszustand der Mundhöhle eines Rauchers ist vergleichbar mit dem eines zehn Jahre älteren Nichtrauchers. Unklar ist allerdings bisher, weshalb dies so ist. Scheinbar beruht der Zusammenhang nicht auf einer veränderten Oberflächendichte der Gefäße oder einer reduzierten Gefäßanzahl - dies war bisher vermutet worden. Aber auch der Fibronektin-Gehalt im parodontalen Gewebe von Rauchern ist nicht signifikant verändert. Fibronektin, ein extrazelluläres Matrixprotein, wird als Hauptadhäsin von Gruppe A-Streptokokken gehandelt. Das Molekül dient somit nicht nur als Brücke zwischen menschlichen Zellen, sondern auch dazu, Verbindungen zwischen Bakterien und menschlichen Zellen herzustellen. Vermutungen, wonach eine veränderte Fibronektin-Verteilung bei Rauchern das Risiko für Parodontitis steigert, wurden in einer aktuellen Studie nicht bestätigt. Die Forscher konnten zudem keine signifikanten Unterschiede in Hinblick auf die Oberflächendichte sowie die Anzahl der Gefäße in der entzündlichen Gingiva von Rauchern und Nichtrauchern ausmachen. Weder die Dauer des Tabakkonsums, noch die Marke des gerauchten Tabaks hatten einen Einfluss auf die Werte. Als Risikofaktor hat das Rauchen eine größere Bedeutung als die Qualität und Quantität der täglichen Mundhygiene. Schlecht eingestellte Blutzuckerwerte führen bei Typ-II-Diabetikern zu erhöhten Interleukin-1ß-Werten in der Sulkusflüssigkeit. Als Folge besteht ein erhöhtes Risiko, an Parodontitiden zu erkranken. Zahnärztlicherseits ist weiter belegt (Faria-Almeida R, et al.: Clinical and metabolic changes after conventional treatment of type 2 diabetic patients with chronic periodontitis. J Periodont 2006; 77: 591-598; American Academy of Periodontology, April 2006), dass Typ 2-Diabetiker mit einer Parodontitis von einer konventionellen Wurzelreinigung profitieren: In einer Studie ging der HbA1c - als Ausdruck der gestörten Stoffwechselsituation - nach drei und sechs Monaten deutlich zurück. Gleichzeitig besserten sich ebenfalls die Parodontitis-Symptome. Genetische Disposition: neben den bekannten Risikofaktoren, wie dem Vorhandensein einer spezifischen parodontopathogenen Flora, Rauchen oder Stress, bestimmt die genetische Disposition zu einem großen Teil die Wirtsreaktion und damit die Erkrankungsanfälligkeit des Patienten. So ist erwiesen, dass das Risiko einer parodontalen Erkrankung eng an das Auftreten einer bestimmten genetischen Konstellation (Interleukin-Gencluster) gekoppelt ist (bei ca. 30% der Erkrankten). Dieses genetische Geschehen bewirkt eine Überproduktion von Interleukin-1 (alpha, beta) und hat damit eine extreme Immunreaktion (Entzündung) zur Folge. Dabei scheint dieser Einfluss i.d.R. nur bei Rauchern relevant anzutreffen zu sein. Ebenso ist erwiesen, dass z.B. Stress die Interleukin-Produktion signifikant ansteigen lässt. Durch seine knochenresorbierende Wirkung kommt dem Interleukin-1 eine zentrale Rolle im Verlauf einer Parodontitis zu; man bezeichnet es als einen genetischen Risikomarker oder als einen wenig beeinflussbaren Hintergrundfaktor. Die chronische Parodontitis als komplexe Erkrankung wird nicht durch ein einzelnes Gen beeinflusst, sondern durch eine Vielzahl verschiedener Gene, die Erkrankungsschwere und Verlauf modifizieren. Derzeit (2004) gibt es dabei zwei Strategien zur Identifizierung dieser Gene: Es sollen die Zusammenhänge zwischen potenziellen Kandidatengenen und dem Parodontitisrisiko ermittelt werden, zum anderen wird eine genomweite Suche mittels Linkage-Analysen bei bestimmten Phänotypen, wie der aggressiven Parodontitis, durchgeführt. Als potenziell mit der Parodontitis assoziierte Kandidatengene kommen all jene in Betracht, die Proteine codieren, die in die parodontitispathogenese involviert sind oder für die eine Assoziation mit anderen entzündlichen Erkrankungen bekannt sind. Bei Vorliegen eines positiven Genotyps ist das Risiko - trotz entsprechender Zahnfleischbehandlung - die Erkrankung nicht zum Stillstand zu bringen, um das 2,7fache erhöht. Zusammen mit einem weiteren Risikofaktor (besonders Nikotingenuss) steigt dieser Wert sogar auf das 7,7fache an. Gerade bei umfangreichen Sanierungen des Gebisses mit festsitzendem Zahnersatz oder vor einer Implantation können entsprechende Testverfahren in Zusammenhang mit weiteren Risikofaktoren eine Einschätzung des Behandlungsergebnisses vorhersagen bzw. bei der Indikation zu derartigen Behandlungen Vorsicht walten lassen oder u.U. diese ganz in Frage stellen. Zwischen dem Auftreten parodontaler Beschwerden und der koronaren Herzkrankheit (KHK) besteht nach Ergebnissen einer belgischen Studie ein Zusammenhang. So war die Inzidenz von Parodontitiden bei Herzpatienten innerhalb der untersuchten Studienpopulation deutlich erhöht. In jüngster Zeit wurde vermehrt erörtert, ob chronische Entzündungen und Infektionen wie Parodontitiden eine Rolle in der Entstehung der KHK spielen können. Als Entstehungsweg werden die direkte Invasion der Arterienwand durch Mikroorganismen wie Chlamydien und parodontalpathogene Keime sowie die systemische Freisetzung von Mediatoren infolge des Entzündungsgeschehens diskutiert ohne bisher wissenschaftliche Zusammenhänge verifizieren zu können. In einer Analyse unter Einbeziehung anderer kardialer Risikofaktoren ergab sich eine starke Verknüpfung zwischen Parodontitis und KHK (odds ratio = 6,5). Gefolgert wird daraus, dass Parodontitis als Risikofaktor der KHK zu betrachten ist und mit zunehmendem Schweregrad der parodontalen Erkrankungen die Gefahr einer Herzbeteiligung steigt. Patienten mit einer profunden Parodontitis, die auch unter Osteoporose leiden, haben ein zusätzliches Risiko bei der Beurteilung von Verläufen des Knochenabbaus, sowohl allgemein, wie auch am Alveolarfortsatz. Schwere und Ausmaß der Parodontitits hängen auch vom Versorgungsgrad mit Magnesium ab. Eine mangelnde Magnesium-Versorgung geht mit schwereren Symptomen von Zahnfleischerkrankungen einher. Daher könnte eine langfristige nahrungsbasierte Verbesserung der Magnesiumzufuhr das Auftreten dieser Volkskrankheit senken, so das Ergebnis einer Studie an der Uni Greifswald auf Grund einer Zufallsstichprobe der Allgemeinbevölkerung, in der nach Risikofaktoren für Parodontitis gesucht wurde. Alkohol-Abusus fördert Parodontitis Alkoholismus per se beeinflusst nicht zwangsläufig die Schwere einer Parodontitis. Doch chronischer Alkohol-Missbrauch wirkt sich negativ auf das Attachment Level aus. Bei Alkoholikern besteht eine Korrelation zwischen dem Grad des Missbrauchs, gemessen anhand der Konzentration des Leberenzyms Gamma Glutamyl Transpeptidase (GGTP), und dem Attachment Verlust (p<0,05). Alkoholiker weisen im Vergleich zu Nicht-Alkoholikern zudem stärkere Rezessionen der marginalen Gingiva (p<0,07) auf. Schwerer Alkohol-Missbrauch (GGTP>51 iu/l) wirkt sich zudem negativ auf den Plaque-Index aus (p<0,07) und damit auch auf den Gingivalen Index (GI), die Taschentiefe (PD). Bei Kokain-Abhängigen konnte kein entsprechender Einfluss auf das Attachment Level beobachtet werden. An der Studie nahmen 40 Alkoholiker teil, von denen 30 zusätzlich Kokain-abhängig waren. Alle Probanden wiesen daneben keine weiteren Erkrankungen auf. Als Kontroll-Gruppe dienten 25 hinsichtlich Alter, Geschlecht und sozialem Status gematchte Probanden, von denen 14 Kokain nahmen. Als Mass für einen chronischen Alkohol-Missbrauch bestimmten die Forscher die Menge des Leberenzyms Gamma Glutamyl Transpeptidase (GGTP) im Blut. Eine vergleichende Analyse des Parodonts wurde an sechs Stellen pro Zahn durchgeführt. Die Wissenschaftler erhoben Daten zum Gingivalen Index (GI), Plaque-Index (PI). Die Atachment Level (AL) errechneten sich aus der Taschentiefe (PD) und dem Level der marginalen Gingiva (GM). Zwischen den beiden Gruppen gab es keine statistisch signifikanten Unterschiede hinsichtlich der durchschnittlichen Werte für AL, PD, GM, GI und PI. Dennoch zeigt eine Reihe von Regressionsanalysen einen eindeutigen Einfluss von chronischem Alkohol-Missbrauch auf den parodontalen Status. So gehen hohe GGTP-Level mit einem Attachment-Verlust einher. Quelle: Khocht A. et al.: The Influence of Gingival Margin Resession on Loss of Clinical Attachment in Alcohol-Dependent Patients without Medical Disorders. Journal of Periodontology 2003; 74(4):485-493. Die Wirkung wird zurückgeführt auf eine Funktionsbeeinträchtigung der Neutrophilen, Makrophagen und der T-Zellen - mit der Folge einer höheren Infektionsneigung. Die Ergebnisse legen nahe, dass Alkoholkonsum ein unabhängiger variabler Risikofaktor für Parodontitis sein könnte Was bereits für die japanische Bevölkerung festgestellt werden konnte, hat sich auch für die US-amerikanische Bevölkerung bestätigt: Junge Menschen mit starkem Übergewicht haben eine höhere Prävalenz für parodontale Erkrankungen. Die signifikante Korrelation zwischen Adipositas und parodontaler Erkrankungen zeigte sich in der Auswertung der 3. National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES III). Über 13.600 Teilnehmer im Alter über 18 Jahren wurden im Rahmen der Studie auf ihre parodontale Gesundheit untersucht. Als Parameter dienten Taschentiefe (>4 mm) und Attachment-Verlust (>3 mm). Parallel erfassten die Forscher Daten zum Taillenumfang und zum Body Mass Index (BMI). Als übergewichtig wurden Teilnehmer mit einem BMI zwischen 25 und 29.9 kg/m² eingestuft, adipös galten Teilnehmer mit einem BMI über 30 kg/m². Die Auswertungen zeigten eine signifikante positive Korrelation zwischen Adipositas und parodontaler Erkrankung, allerdings nur in der Gruppe der 18- bis 34-jährigen. Die Prävalenz für parodontale Erkrankungen liegt bei jungen adipösen Menschen rund 76% höher als bei Normalgewichtigen ihrer Altersklasse. Allein ein bereits großer Taillenumfang (>102 cm Männer; >88 cm Frauen) ging mit einer 2,27-fach größeren Odds-Ratio für eine parodontale Erkrankung einher. Gleichzeitig nahm die Prävalenz einer PA-Erkrankung in der Gruppe der untergewichtigen Teilnehmer (BMI <18,5 kg/m²) ab. Für höhere Altergruppen (über 35 Jahre) konnte keine signifikante Korrelation zwischen einem deutlichen Übergewicht und dem verstärkten Auftreten einer PA-Erkrankung festgestellt werden. Die Autoren diskutieren verschiedene Erklärungen für diesen Zusammenhang, der per se ja keine Kausalität aufzeigt. Sie vermuten einerseits, das Ernährungsverhalten übergewichtiger Jugendlicher stünde für eine Kalzium- und Vitamin-C-arme Kost, die bekanntlich die Entstehung einer Parodontitis begünstigt. Zudem könne Übergewicht in jungen Jahren zu einer stärkeren Stigmatisierung als im Alter führen. Die Folge seien chronische Stresszustände, die ebenfalls die Genese einer Parodontitis förderten. "Parodontitis ist lange Zeit als eine "Alte-Leute-Krankheit" betrachtet worden", so Studienleiter Al-Zahrani der Case Western Reserve University. "Nun wissen wir, dass weitverbreitete Risikofaktoren wie Adipositas die parodontale Gesundheit in der jungen Bevölkerungsschicht gefährden können." Quelle: Al-Zahrani M.S. et al.:Obesity and Periodontal Disease in Young, Middle-Aged, and Older Adults. Journal of Periodontolgy 2003;74:610-615 und EurekAltert! (Zitat) Attachmentverlust, Diabetes, Gingivitis (Parodontitis) als Begleitsymptom, HIV, Implantat: Risikofaktoren, Implantatverlust, Nikotingenuss, Parodontitis, Parodontitisdiagnose, Parodontitis und Schwangerschaft, Tool zur Ermittlung des individuellen Erkrankungsrisikos (für Zahnarztpraxen) Parodontium Parodont; Zahnhalteapparat, Zahnbett, engl.: do., paradentium, periodontic apparatus; Oberbegriff für ein funktionelles Zusammenspielen der Elemente (Gewebestrukturen, die den Zahn ernähren, im Kiefer (Alveole) halten und bei Belastung abfedern) des Zahnhalteapparates. Es sind dies im wesentlichen: * der Alveolarknochen * das Zahnfleisch (Gingiva) * die Wurzelhaut (Sharpey-Fasern) * der Wurzelzement Erkrankungen des P. werden unter dem Oberbegriff Parodontitis zusammengefasst, welcher sich häufig auf den Begriff Parodontitis marginals bezieht. Altersbedingte Abbauvorgänge des P. haben die Bezeichnung Parodontose. BOP, CPITN, Gesteuerte Geweberegeneration, Vorkontakt, Überbelastung Bild-Klick! Bild-Klick! Anatomie / Begriffe des Zahnhalte-apparates Parodontologie Lehre von der Funktionsweise (Physiologie) und den Erkrankungen des Zahnhalteapparats (Parodontium), engl.: periodontology. Relativ junge zahnärztliche Fachrichtung mit einer starken Vernetzung in alle übrigen zahnärztlichen Fachbereiche - traditionell als Untergruppierung ("Sektion") in der konservierenden Zahnheilkunde angesiedelt, werden zusehends für dieses zentrale Fach eigene Lehrstühle eingerichtet. Der "Fachzahnarzt für Parodontologie" ist nur im Kammerbereich Westfalen/Lippe (Münster) nach der Weiterbildungsordnung gültig. Fachgebiete Deutsche Gesellschaft für Parodontologie, The American Academy of Periodontology Bild-Klick! normales (o.) und erkranktes Zahnfleisch Parodontolyse ; nicht mehr gebr. Bez. für Parodontitis Parodontometer engl.: periodontal pocket marker; Zahnfleischtaschen-Tiefen-Messgerät; Parodontalsonde, Hauer Parodontometer Parodontopathien Zahnbetterkrankungen, engl.: periodontal diseases; Sammelbezeichnung für jegliche Erkrankungen des Parodontium internationale Einteilung Special: Zahnfleischerkrankungen Behandlungsschema bei Zahnfleischerkrankungen, Markerkeime , Parodontalbehandlung Attachmentverlust, Parodontitisdiagnose Parodontose auch: Paradentose (Begriff veraltet, 1921 von Weski eingeführt), Zahnbettschwund, "Zahnausfall", engl.: periodontosis; entzündungsfreier Rückgang des Zahnhalteapparates, ohne Zahnfleischtaschenbildung, mit oder ohne Lockerung der Zähne, meist altersbedingt durch Abbau des Kieferknochens. Begriff wird von Laien häufig für jegliche Formen der Zahnfleischerkrankungen - vornehmlich der entzündlichen Parodontitis - gebraucht. Höhenabbau, Parodontium, Parodontopathien Parotis Ohrspeicheldrüse, engl: parotis(c); von par = neben, otis = Ohr; größte der Speicheldrüsen; ihr Ausführungsgang mündet etwa in der Höhe zwischen dem 1. und 2. oberen Backenzahn in die Mundhöhle. Eine ihrer Entzündungen (virale Parotitis) wird im Volksmund als Mumps bezeichnet. Strahlenschäden nach Bestrahlung maligner Tumoren, verbunden mit einer Speichelminderproduktion, werden als Strahlenparotitis bezeichnet. Basalzellenadenom, Mumps, Sialographie, Speichel, Strahlenkaries, Zahnstein Bild-Klick! Hauptspeicheldrüsen des Kopfes Bild-Klick! Parotis- Ausführungsgang Partnerschaft Sozietät, engl.: cooperation; zur gemeinschaftlichen Berufsausübung gebildete Gesellschaft vor allem bei den Freien Berufen. In der ZHK gebräuchlich als Gemeinschaftspraxis, Praxisgemeinschaft und Partnerschaftsgesellschaft. Gemeinschaftspraxis, Partnerschaftgesellschaftsgesetz Partnerschaftsgesellschaftsgesetz (PartGG); § 1 des Gesetzes sagt: "Die Partnerschaft ist eine Gesellschaft, in der sich Angehörige Freier Berufe zur Ausübung ihrer Berufe zusammenschließen. Sie übt kein Handelsgewerbe aus. Angehörige einer Partnerschaft können nur natürliche Personen sein". Am 1.Juli 1995 trat für Freiberufler eine neue Rechtsform, das Partnerschaftsgesellschaftsgesetz (PartGG) in Kraft. Sie ist eine neue Alternative zur weniger flexiblen Gesellschaft bürgerlichen Rechts dar. Durch die Möglichkeit zur Haftungsbeschränkung auf den behandelnden Zahnarzt, die Zulassung interdisziplinärer Partnerschaften (Ärzte, Juristen...) sowie die erweiterte Rechtsklarheit ist die PartGG eine geeignete Koorperationsform sein, sie hat sich jedoch bislang (2005) noch nicht durchgesetzt. Allerdings gilt bei der Partnerschaft: „Berufsrecht geht vor Gesellschaftsrecht“. 2005 hat der Vorstand der Bundeszahnärztekammer in einer für die Länder unverbindlichen Musterberufsordnung im §17 festgelegt: "(1) Zahnärzte können sich auch mit selbstständig tätigen und zur eigenverantwortlichen Berufsausübung berechtigten Angehörigen anderer Heilberufe oder staatlicher Ausbildungsberufe im Gesundheitswesen in den rechtlich zulässigen Gesellschaftsformen zusammenschließen, wenn ihre eigenverantwortliche, medizinisch unabhängige sowie nicht gewerbliche Berufsausübung gewährleistet ist. Die Regelung in § 9 Abs. 4 gilt entsprechend. (2) Einem Zahnarzt ist gestattet, in Partnerschaften gemäß §1 Abs. 1 und 2 PartGG mit Angehörigen anderer Berufe als den in Abs. 1 beschriebenen zusammen zu arbeiten, wenn er in der Partnerschaft nicht die Zahnheilkunde am Menschen ausübt." Gemeinschaftspraxis http://dejure.org/gesetze/PartGG/1.html Partsch Breslauer Kieferchirurg (1855-1932), welcher u.a. zwei versch. Methoden der Zystenoperation beschrieben hat: * Partsch I; auch Zysteneröffnung o. Zystostomie: angewandt bei großen und entzündeten Zysten. Die Zyste wird nach Möglichkeit bis zu ihrem größten Durchmesser hin eröffnet ("gefenstert") und als Nebenbucht der Mundhöhle gestaltet. Dabei wird der verbliebene Zystenbalg belassen. Damit die Mundschleimhaut an der Öffnungsstelle nicht wieder zuwächst, wird die Zyste austamponierte (sog. Zystentamponade) - solange, bis sich die Nebenbucht durch neues Knochenwachstum verflacht. Das Zystenepithel wird mit der Zeit durch normale Mundschleimhaut ersetzt. Andere Verfahren verwenden zur Vermeidung einer Tamponade sog. Zystenobturatoren, welche entsprechend dem ablaufenden Heilungsverlauf (Knochenregeneration) kleiner gearbeitet werden. Umliegende Gewebe (Nerven, Blutgefäße, Kieferhöhle) bleiben unberührt, relativ geringer chirurgischer Eingriff sehr langwierige Behandlung (Tamponade, u.U. mit Mundgeruch verbunden) - je nach Größe bis zu einem Jahr * Partsch II; auch Zystenausschneidung o. Zystektomie: Die Zyste wird im Ganzen entfernt und die ehem. Zystenhöhle dicht vernäht. Einfließendes oder zugesetztes Blut ("Eigenblut") Blut bildet ein Koagulum aus welchem heraus - wie bei einer normalen Zahnentfernung - eine Knochenneubildung erfolgt. Marsupialisation Der im Knochen bestehende Hohlraum kann zur Beschleunigung der Knochenheilung mit unterschiedlichen Materialien gefüllt werde. Goldstandard ist dabei nach wie vor das autogene Knochentransplantat: Aufgrund seiner guten osteokonduktiven und -induktiven Eigenschaften gewährleistet es im ehemaligen Zystengebiet gute Knochenqualität und -quantität, was zum Beispiel für eine spätere Implantation von entscheidender Bedeutung ist. Autogene Knochentransplantate, vorzugsweise aus dem Hüftknochen entnommen, haben jedoch gewisse Nachteile. Sie sind nur begrenzt verfügbar, für die Entnahme ist eine Vollnarkose erforderlich und es kommt häufig zu Beschwerden im Spendergebiet. Neuere Therapieansätze verwenden deshalb die Kombination von geeigneten Biomaterialien mit autogenen Osteoblasten und Wachstumsfaktoren (Entnahme von Osteoblasten mittels Biopsie, die auf einer resorbierbaren bovinen Kollagenmatrix (Osteovit) kultiviert und nach acht bis zwölf Wochen Wachstumszeit als Füllmaterial eingesetzt werden). kurze Nachbehandlung, keine "lästigen" Tamponaden nur bei kleineren bis mittelgroßen Zysten anwendbar - bei größeren Zysten muss unbedingt eine Infektionsfreiheit bestehen. * Weiter ist noch die chronisch granulierende Entzündung nach Partsch nach diesem Chirurgen benannt infraalveoläre o. intraossäre K., engl.: intraosseous pocket; bedingt durch Knochenabbau der Alveole in seitlicher Richtung bei einer fortgeschrittenen Parodontitis ( Parodontitis marginalis profunda). Unterschieden werden ein-, zwei- und dreiwandige Taschen*), deren Darstellung allerdings röntgenologisch nicht immer möglich ist. Nach gründlicher Säuberung der Taschen und Reinigung des Wurzelzements ( Parodontalbehandlung) erfolgt eine Auffüllen der K. mit Knochenersatzmaterialien mit evtl. zusätzlicher chirurg. Knochenmodellation der K.-Ränder. In schweren Fällen kann bei mehrwurzligen Zähnen eine Hemisektion zum Erhalt eines Teiles vom Zahn versucht werden.